Unsere Gemeinde

Wo ist was?

Übersichtskarte der Gemeinde Reichenwalde Schematische Karte: Kolpin im Norden mit den Kolpiner Seen, Reichenwalde in der Mitte, Dahmsdorf im Westen am Storkower See, im Osten der Scharmützelsee mit Bad Saarow. Storkower See Scharmützelsee Kolpiner Seen L 412 Bad Saarow Storkow (Mark) Reichenwalde Dahmsdorf Kolpin

Vereinfachte Übersicht, nicht maßstabsgetreu.

Reichenwalde

Der Hauptort zwischen Wiesen und Wäldern – mit Feldsteinkirche, der Alten Schule und den Wohnplätzen Neu Reichenwalde und Waldrandsiedlung.

Mehr über Reichenwalde

Zwischen weiten Wiesen, stillen Wäldern und den glitzernden Seen unserer brandenburgischen Heimat liegt ein Ort, der mehr ist als ein Punkt auf der Landkarte: Reichenwalde ist ein Zuhause – für Menschen, die hier geboren wurden, für Familien, die hier ihre Zukunft gestalten, und für Gäste, die schnell spüren, was unsere Gemeinde besonders macht.

Die Gemeinde liegt im Landkreis Oder-Spree auf einem Höhenrücken zwischen dem Storkower See und dem Scharmützelsee. Zu ihr gehören die drei Ortsteile Reichenwalde, Dahmsdorf und Kolpin sowie die Wohnplätze Neu Reichenwalde und Waldrandsiedlung. Rund 1.250 Menschen leben hier – etwa 300 davon in Kolpin und rund 130 in Dahmsdorf. Verwaltet wird die Gemeinde vom Amt Scharmützelsee mit Sitz in Bad Saarow. Auf Niedersorbisch heißt der Ort Rychwałt.

2026 wurde Reichenwalde als „Landmusikort des Jahres“ ausgezeichnet – mit dem 2. Bundespreis des Deutschen Musikrats und des Bundesmusikverbands Chor & Orchester.

Reichenwalde

Reichenwalde ist der Hauptort der Gemeinde und liegt idyllisch zwischen Wiesen und Wäldern – ideal für Spaziergänge, Rad- und Wandertouren. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1372: Das Kloster Neuzelle erlaubte damals eine tägliche Frühmesse in der Kirche „Richwalde“. Reichenwalde wuchs als Angerdorf mit einem Gut.

Im Ortskern steht die Dorfkirche aus Feldsteinen mit ihrem quadratischen Wehrturm, entstanden Ende des 13. Jahrhunderts. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde der Westturm mit einem barocken Fachwerkgeschoss aufgestockt, die spätgotischen Fenster wurden vergrößert. Innen finden sich ein Altarkreuz aus Reddern und eine Grüneberg-Orgel von 1864 mit dreiteiligem Prospekt. Neben der Kirche erinnert das Grabkreuz des letzten Ritters derer von Löschebrand an die Adelsfamilie, die die Gegend lange prägte – auch das benachbarte Rittergut Silberberg war in die Reichenwalder Kirche eingepfarrt.

Das frühere Guts- und Herrenhaus, das „Reichenwalder Schloss“, gehört heute der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, die auf dem ehemaligen Gut Wohnstätten und eine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen betreibt. Die Dorfschule von 1813 wurde in den 1970er-Jahren geschlossen; heute ist dort das Restaurant „Alte Schule“ zu Hause, das sogar im Guide Michelin erwähnt wird. Die Kita „Spatzennest“ wurde in ökologischer Bauweise errichtet und im Dezember 2004 eingeweiht; Träger ist der Verein „Kindertagesstätte Reichenwalde e. V.“.

Dorfgemeinschaftshaus: Am Graben 3

Neu Reichenwalde

Etwas abseits des Ortskerns liegt der Wohnplatz Neu Reichenwalde, der zum Ortsteil Reichenwalde gehört. Hier steht die Kulturscheune am Berge (Am Berge 15), in der Henny-Maria Rathmann seit 2022 Konzerte, Lesungen und musikalische Spaziergänge veranstaltet. Neu Reichenwalde hat einen eigenen Friedhof (Am Berge).

Seit 2011 kümmert sich der Heimatverein Neu Reichenwalde um die Kulturlandschaft, die Heimatpflege, das Ortsbild sowie Natur- und Umweltschutz und organisiert gemeinsame Veranstaltungen. Mit 22 Mitgliedern ist rund ein Viertel der Einwohnerinnen und Einwohner dabei.

Waldrandsiedlung

Die Waldrandsiedlung ist ein weiterer Wohnplatz des Ortsteils Reichenwalde und liegt, wie der Name sagt, am Rand des Waldes.

Dahmsdorf

Dahmsdorf ist mit rund 130 Einwohnerinnen und Einwohnern das kleinste Dorf im Amt Scharmützelsee. Es liegt auf einer Grundmoräne mit fruchtbarem Boden, rund 40 bis 50 Meter über dem Meer, und fällt nach Westen zum Storkower See hin ab. Ein Dünenzug mit Kiefernwald zieht sich vom Ort bis zu den Waltersbergen bei Storkow. Dahmsdorf gilt als Ort mit besonders trockenen Sommern und kalten Wintern.

Urkundlich erscheint der Ort im 14. Jahrhundert, 1376 als „Domaszdorff“: Damals erhielten die Ritter von Queiß Dahmsdorf und Wendisch Rietz als Lehen. Seit 1704 heißt der Ort Dahmsdorf. Die Menschen lebten als Kossäten, Tagelöhner, in Land- und Forstwirtschaft und später in den Betrieben der Umgebung. Der Dorfkrug wird schon 1801 erwähnt und besteht bis heute. Auf Sorbisch heißt der Ort Damaćojce.

Mitten im Dorf steht die Feldsteinkirche St. Thomas, eine der ältesten Dorfkirchen der Mark Brandenburg. Oft wird 1241 als Gründungsjahr genannt; belegt ist eine Bauzeit in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Aus dieser Zeit stammen die drei schmalen Lanzettfenster im Ostgiebel und die zwei spitzbogigen Feldsteinportale. 1719 bekam die Kirche ihren Fachwerkturm. Darin hängen zwei Bronzeglocken – die kleinere aus dem 13. Jahrhundert, die größere von 1400. Kanzel, Empore und Gestühl stammen aus dem 18. Jahrhundert, das Taufbecken aus Sandstein von 1885. An der Ostwand sind vorreformatorische Malereien und Gebetssprüche erhalten, und im Altartisch kam bei der Sanierung 2009 bis 2011 ein Reliquienschrein zum Vorschein.

Sehenswert sind außerdem die Dünen westlich der Kirche, die Dorfstraße mit dem Dorfhaus und seiner typischen Vorlaube, ein Büdnerhaus mit Resten aus dem 18. Jahrhundert und die Badestelle am Storkower See direkt unterhalb des Ortes. Am See liegt auch ein Waldcampingplatz.

Dorfgemeinschaftshaus: Dorfstraße 9

Kolpin

Kolpin liegt nördlich von Reichenwalde inmitten großer Waldgebiete. Im Osten schließen sich der Kleine und der Große Kolpiner See an, dahinter die Rauenschen Berge. Der Große Kolpiner See ist rund 24 Hektar groß, im Mittel etwa zwei Meter tief und ein beliebtes Angelgewässer mit Aal, Hecht, Karpfen, Schlei und Zander. An seinen schilfgesäumten Ufern leben viele Wasservögel, vor allem Schwäne.

Erstmals erwähnt wurde Kolpin 1445 als „Colpinichin“ bzw. „Colpinchen“. Der Name geht vermutlich auf ein slawisches Wort zurück – gedeutet wird es als „Schwan“ oder „Hügel“. Über Jahrhunderte teilten sich verschiedene Adelsfamilien und das Amt Storkow das Dorf; 1582 kaufte die Familie von Löschebrand einen Teil. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Kolpin 1641 vollständig zerstört.

Lebensgrundlage war lange der Wald: Auf Anordnung Friedrichs II. lieferte der Förster aus dem königlichen Forst Bauholz für die Kolonistensiedlung Philadelphia bei Storkow. 1801 gab es ein Forsthaus mit königlichem Oberförster. 1929 wurde aus dem Gutsbezirk die Landgemeinde Kolpin. Nach 1958 entstand eine landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, die 1973 in der LPG Reichenwalde aufging. Von 1993 bis 2008 war in Kolpin die Justizakademie des Landes Brandenburg untergebracht. Am 31. Dezember 2001 wurde Kolpin Teil der Gemeinde Reichenwalde.

Aus Kolpin stammt der Erfinder und Fahrraddesigner Didi Senft, der als „Teufel“ verkleidet jedes Jahr die Tour de France begleitet. Ein Rundwall mit Spuren einer spätmittelalterlichen Siedlung erinnert an die frühe Geschichte des Ortes.

Dorfgemeinschaftshaus: Am kleinen See 2

Geschichte in Stichworten

  • 13. Jh. – Die Feldsteinkirchen in Dahmsdorf und Reichenwalde entstehen.
  • 1372 – Erste urkundliche Erwähnung Reichenwaldes: Das Kloster Neuzelle erlaubt eine tägliche Frühmesse in der Kirche „Richwalde“.
  • 1376 – Dahmsdorf wird als „Domaszdorff“ genannt; die Ritter von Queiß erhalten es als Lehen.
  • 1400 – Die größere Glocke der Dahmsdorfer Kirche wird gegossen.
  • 1445 – Erste Erwähnung Kolpins als „Colpinichin“.
  • 1582 – Die Familie von Löschebrand kauft einen Teil von Kolpin.
  • 1641 – Kolpin wird im Dreißigjährigen Krieg vollständig zerstört.
  • 1719 – Die Dahmsdorfer Kirche erhält ihren Fachwerkturm.
  • 18. Jh. – Der Reichenwalder Kirchturm bekommt sein barockes Fachwerkgeschoss. Holz aus dem Kolpiner Forst geht nach Philadelphia bei Storkow.
  • 1801 – Der Dahmsdorfer Dorfkrug wird erstmals erwähnt.
  • 1813 – Die Reichenwalder Schule wird gebaut – heute das Restaurant „Alte Schule“.
  • 1836 – Reichenwalde, Dahmsdorf und Kolpin gehören zum Kreis Beeskow-Storkow in der Provinz Brandenburg.
  • 1864 – Die Grüneberg-Orgel kommt in die Reichenwalder Kirche.
  • 1925 – Auf dem ehemaligen Gut wird die Wohnstätte der Hoffnungstaler Stiftung gegründet.
  • 1929 – Aus dem Gutsbezirk wird die Landgemeinde Kolpin.
  • 1952 – In der DDR kommen Reichenwalde und Kolpin zum Kreis Fürstenwalde, Dahmsdorf zum Kreis Beeskow (Bezirk Frankfurt/Oder).
  • 1970er – Die Reichenwalder Dorfschule wird geschlossen.
  • 1992 – Die Orte treten dem Amt Scharmützelsee bei; seit 1993 gehören sie zum Landkreis Oder-Spree.
  • 1993 – Die Justizakademie des Landes Brandenburg zieht nach Kolpin (bis 2008).
  • 31.12.2001 – Reichenwalde, Dahmsdorf und Kolpin schließen sich zur Gemeinde Reichenwalde zusammen.
  • 2004 – Die Kita „Spatzennest“ wird eingeweiht.
  • 2009–2011 – Die Dahmsdorfer Kirche wird grundlegend saniert.
  • 2011 – Der Heimatverein Neu Reichenwalde wird gegründet.
  • 2022 – In Neu Reichenwalde öffnet die Kulturscheune am Berge.
  • 2024 – Joachim Kettner wird zum Bürgermeister gewählt.
  • 2026 – Reichenwalde wird „Landmusikort des Jahres“ (2. Bundespreis).

Friedhöfe

In der Gemeinde gibt es vier Friedhöfe:

  • Reichenwalde: Neu Reichenwalder Straße
  • Neu Reichenwalde: Am Berge
  • Dahmsdorf: Am Dorfanger 3
  • Kolpin: Hauptstraße

Auskunft gibt das Amt Scharmützelsee unter (033631) 45-141.

Gemeindevertretung und Bürgermeister

Die Gemeindevertretung besteht aus zehn Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertretern sowie dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 lag die Wahlbeteiligung bei 68,4 Prozent.

Am selben Tag wurde Joachim Kettner (parteilos) ohne Gegenkandidaten mit 75,1 Prozent der gültigen Stimmen für fünf Jahre zum Bürgermeister gewählt. Da er auch in die Gemeindevertretung gewählt wurde, bleibt sein Sitz dort unbesetzt.

Bürgermeister seit 1998:

  • 1998–2008: Harry Schwarz (CDU)
  • 2008–2015: Heinz Döbler (parteilos, für die SPD)
  • 2015–2024: Mike Hemm (SPD)
  • seit 2024: Joachim Kettner (parteilos)

Reichenwalde im Fernsehen

Das rbb-Heimatjournal hat unserer Gemeinde eine eigene Folge gewidmet: „Reichenwalde – Tore, Turnen, Tortenschlachten“ (Video beim rbb, öffnet die Website des rbb).

Unterwegs

Durch die Gemeinde führt die Landesstraße L 412 zwischen Storkow (Mark) und Bad Saarow. Sprechzeiten des Bürgermeisters gibt es nach Vereinbarung in den Dorfgemeinschaftshäusern der drei Ortsteile.

Quellen und mehr zum Weiterlesen: Reichenwalde, Kolpin und Dorfkirche Dahmsdorf bei Wikipedia sowie die Ortsteilseiten des Amtes Scharmützelsee.